Nicht nur durch ihre Anzahl: durch ihr Volumen und ihre der Fassade vorgestellte Plastizität bestimmen die Balkone massgeblich den Hauscharakter mit, ja hinterlassen oft einen besonders prägenden Eindruck des ganzen Gebäudes oder sogar der Gebäude-Gruppe. Die Gestaltung ist also keineswegs eine quantité négligeable!
Wir bieten drei Grundmodelle (in den statischen SIA-Normen) an:
→ Häufig empfiehlt sich der Vorstellbalkon als der in sich selbständige, vor die Aussenwand der Baute platzierte Balkonturm. Vier (2 x 2) Stützen bilden das ebenso klare wie filigrane senkrechte Traggerüst, in welches die horizontalen Elemente eingesetzt bzw. einschoben werden. - Die Unabhängigkeit des Balkon-Turms erlaubt den bauphysikalischen Vorteil der fehlenden Wärmebrücke zum existierenden Hausbestand, wahltechnisch eine umfangreiche Variantenbreite und, nicht zuletzt, einen raschen Aufbau (bzw., bei Aussenrenovierungen, einen problemlosen Abbau).
→ Eine partielle Neuformulierung nimmt der Anstellbalkon vor. Es verbleibt zwar das vorgestellte Stützenpaar, aber rückwärtig ersetzen es nunmehr Konsolen als unmittelbare, fest montierte Anbindung an die Haus-Aussenwand. - Verwendung findet der Anstellbalkon vor allem bei Vergrösserungen bestehender Anlagen, namentlich von innen liegenden Balkonen und von Loggien.
→ Beim Vorhängebalkon genügt die „einseitige“, notwendigerweise sehr enge Verbindung zum Gebäude mit dementsprechender Statik. Sein Vorteil liegt in den optisch reduzierten (bis fast zur Unsichtbarkeit möglichen) Tragemerkmalen in Konsolen, Zugstangen oder Seilvorrichtungen mit Ziel eines betont leichten Charakters. - Zum Einsatz kommt diese Variante im individuellen Einzelfall und namentlich bei komplexen baulichen Zusammenhängen: allgemein in geschützten und formal differenzierten Altbauten oder spezieller bei Nebengebäuden, Dachdreiecken und ähnlichen Zusatzbauten.